Wasserschäden sind keine Seltenheit. Trifft es einen allerdings selbst, fällt es oft schwer, richtig zu handeln. Wie ist die beste Vorgehensweise bei einem Wasserschaden? Zuerst melden, dokumentieren und dann die Versicherung informieren, oder war es doch anders herum? Wir erklären Ihnen Schritt-für-Schritt, was zu tun ist, damit Sie alles richtig machen als Eigentümer!
Die ersten Schritte nach einem Wasserschaden:
- Sofort: Wasser abstellen, Strom sichern, Schaden begrenzen
- Dann: Fotos und Videos mit Uhrzeit dokumentieren + Ursache
- Melden: telefonisch + schriftlich per E-Mail / Portal
- Wichtig: nichts entsorgen, Reparaturen nur nach Freigabe (Ausnahme: Notfallmaßnahmen)
Wann muss ein Wasserschaden der Versicherung gemeldet werden?
Unverzüglich, spätestens binnen 48 Stunden.
Hier lautet die Regel: Je früher, desto besser. Sie sollten den Wasserschaden unverzüglich Ihrer Versicherung melden, damit es zu keinen Leistungskürzungen oder ähnlichen Komplikationen kommt.
Welche Versicherung ist zuständig?
Sie fragen sich, welche von den vielen verschiedenen Versicherungen überhaupt in Ihrem Fall zuständig ist? Das ist von der Art des Wasserschadens abhängig.
Wohngebäudeversicherung
Die Wohngebäudeversicherung greift, sofern der Wasserschaden am Haus selbst entstanden ist. Für Wasserschäden, die bestimmte Teile des Hauses betreffen, ist die Wohngebäudeversicherung der zuständige Ansprechpartner.
Hausratversicherung
Die Hausratversicherung ist zuständig, wenn durch den Wasserschaden bewegliche Sachen beschädigt worden sind.
Elementarversicherung
Schäden durch Hochwasser, Starkregen, Überschwemmung oder Rückstau gelten als Elementarschäden und sind nur mit einer zusätzlichen Elementarversicherung versichert.
Wasserschaden richtig melden: Schritt-für-Schritt Anleitung
Der Wasserschaden ist jetzt schon eingetreten. Entscheidend ist nun, die richtigen Maßnahmen einzuleiten. Beachten Sie diese Schritte, damit das weitere Vorgehen unkompliziert wird.
1. Schritt: Schaden begrenzen
a) Wasser abstellen
Drehen Sie sofort den Hauptwasserhahn zu, um den Schaden zu minimieren.
b) Strom abstellen
Stellen Sie den Strom ab. Damit vermeiden Sie Kurzschlüsse, Brände sowie eine Gefährdung für sich und andere.
c) Sicherung von technischen und wertvollen Sachen
Um eine Beschädigung von technischen und wertvollen Gegenständen zu vermeiden, entfernen Sie diese aus der Nähe des Wassers.
d) Übermäßiges Wasser beseitigen
Sofern das ausgetretene Wasser sich in Grenzen hält, können Sie es selbst mit einem Lappen entfernen oder mit einem kleinen Gefäß abschöpfen. Handelt es sich um eine größere Wassermenge, ist eine Unterstützung durch Fachleute sowie professionelle Geräte sinnvoll.
2. Schritt: Dokumentation des Schadens
Dokumentieren Sie alles. Dazu zählen nicht nur Bilder des Wasserschadens, sondern alle Handlungen, die Sie unternommen haben, um den Schaden zu begrenzen.
Machen Sie von dem Wasserschaden Bilder aus mehreren Perspektiven, sowie Bilder von den betroffenen Gegenständen. Haben Sie spezielle Geräte für die Sicherheitsvorkehrungen benutzt, dokumentieren Sie auch diese. Sowie auch die, in Rechnung gestellte, Unterstützung von Fachleuten.
3. Schritt: Versicherung informieren
Eine inhaltlich vollständige Dokumentation des Schadens erschwert es Ihnen, Ihre Leistungen geltend zu machen.
Tätigen Sie nicht nur einen Anruf, sondern schreiben Sie der Versicherung, um den Fall zu melden. Schriftlich bewährt sich auch in diesem Fall besser als mündlich.
Welche Unterlagen verlangt die Versicherung?
Grundsätzlich alles, was Sie dokumentiert haben.
Von der Ursache des Wasserschadens bis hin zum Schadensumfang. Schicken Sie der Versicherung aus verschiedenen Perspektiven Bilder vom Wasserschaden selbst, sowie Bilder von den betroffenen Gegenständen. Teilen Sie der Versicherung alle Maßnahmen mit, die Sie gegen den Wasserschaden unternommen haben. Darunter zählen auch Handwerkerkosten.
Checkliste für die Unterlagen:
- Versicherungsnummer / Schadensadresse
- Datum & Uhrzeit (Entdeckung + mutmaßlicher Beginn)
- Ursache (z.B. Rohrbruch, Gerät, Rückstau)
- Fotos / Videos: Übersicht + Detail + Ursache + Seriennummern
- Liste beschädigter Gegenstände (Neupreis / Alter, Kaufbelege)
- Sofortmaßnahmen + Belege (Trochner, Notdienst, Pumpen)
- Kontaktdaten Zeugen / Nachbarn / Hausverwaltung
- ggf. Polizei / Feuerwehr-Protokoll (wenn relevant)
Checkliste für Bilder:
- Schadensquelle (z.B. Anschluss / Schlauch)
- Wasserstand / Feuchtebereich
- Decken / Wände / Bodenaufbau
- betroffene Möbel / Elektronik (Typenschilder!)

Tipp: Notieren Sie sich die Schadennummer, die Sie von der Versicherung bekommen, um eine konkrete Zuordnung des Falles zu erleichtern.
Typische Fehler bei der Schadensmeldung
Klären Sie zuerst die Maßnahmen mit Ihrer Versicherung ab, bevor Sie handeln. Außer Notfallmaßnahmen, diese setzen Sie sofort um. Stichwort: Schadensminderungspflicht.
Leiten Sie keine Maßnahmen ein, ohne vorherige Freigabe der Versicherung. Andernfalls kann es sein, dass die daraus entstandenen Kosten nicht von Ihrer Versicherung übernommen werden. Führen Sie eine ausreichend lange Trocknung durch, um Folgeschäden zu vermeiden. Beachten Sie ebenfalls, dass mehrere Versicherungen für Ihren Fall zuständig sein können. Als Eigentümer sind nicht nur Ihre beschädigten Gegenstände betroffen, sondern auch Ihr Haus selbst als persönliches Eigentum.
Was tun nach der Behebung des ausgelösten Wasserschadens
Um weitere Schäden zu verhindern, empfehlen wir, bei größeren Wassermengen einen Fachmann zu verständigen.
Es ist wichtig, den Wasserschaden nicht nur oberflächlich zu beseitigen. Informieren Sie sich bei Spezialisten hinsichtlich einer Bautrocknung, um Schimmelbildung zu vermeiden. Ebenfalls ist eine Leckageortung sinnvoll, um undichte Stellen zu finden, die zu Feuchtigkeitsschäden führen können.
Darf man den Wasserschaden sofort reparieren?
Beauftragen Sie kein Unternehmen für Sanierungsmaßnahmen ohne Zustimmung der Versicherung. Dies gilt auch für andere Reparaturarbeiten.
Bevor Sie Reparaturen durchführen wollen, warten Sie auf die Antwort der Versicherung. Diese entscheidet nämlich über das weitere Vorgehen. Oft wird ein Gutachter eingeschaltet, der Maßnahmen für die Sanierung empfiehlt.
Unsere Tipps und Tricks, um Wasserschäden in Zukunft zu verhindern
Verhindern Sie zukünftige Unannehmlichkeiten, indem Sie diese Tipps anwenden:
1. Regelmäßige Wartungen
Kontrollieren Sie regelmäßig den Zustand der Rohre. Tauschen Sie diese durch neue Rohre aus, wenn Sie leichte Beschädigungen erkennen.
2. Außen Wasserstellen im Winter abstellen
Stellen Sie Ihre Wasserhähne außen im Winter ab, um eine Beschädigung der Wasserleitung zu vermeiden.
3. Sicherheitsvorkehrungen treffen
Um Wasserschäden zu vermeiden, können Sie Wassersensoren installieren. Diese warnen Sie vor Feuchtigkeit an untypischen Orten.
Sie sind von einem Wasserschaden betroffen? Wir kümmern uns darum, auch um die Versicherungsabwicklung!
Oft fühlt man sich in so einer Situationen überfordert. Zögern Sie nicht, uns zu kontaktieren! Wir unterstützen bei Dokumentation, Leckageortung, Bautrocknung & Kommunikation mit der Versicherung. Von der Leckage bis zur Wiederherstellung.

