Schimmel nach Wasserschaden: Erkennen, Vermeiden & Richtig Sanieren

Das sollten Sie unbedingt beachten
Schimmel ist eine der unangenehmsten & gefährlichsten Folgen von Wasserschäden. Kein Wunder: Er ist gesundheitsschädigend. Schimmelsporen führen zu schweren Atemwegserkrankungen und produzieren Giftstoffe. Die erste Basis für Schimmelbildung ist bereits nach 3-5 Tagen gelegt, das exponentielle Wachstum lässt gerade mal 2 Wochen auf sich warten. Außerdem kann Schimmel Putz, Mauerwerk und Holz dauerhaft schädigen. Eine professionelle & sofortige Schimmel-Sanierung ist somit unumgänglich.
Profi mit Schutzanzug verschimmelte Wand

Wie entsteht Schimmel nach einem Wasserschaden?

Die Grundlage wird gelegt: Erste Schimmelsporen können sich bei genügend Feuchtigkeit und unzureichender Trocknung bereits nach 24-48h bilden. Nach 3-5 Tagen ist die Gefahr einer Schimmelpilzbildung bereits extrem hoch.

Feuchtigkeit + organisches Material + Zeit = Schimmel

Ein Wasserschaden bietet leider eine perfekte Ausgangslage für das Entstehen von Schimmel. Oft ist es nur eine Frage der Zeit bis sich ein mikrobielles Wachstum bildet und fortpflanzt.

Ein biologisches Zusammenspiel: Feuchtigkeit trifft auf organischen Nährboden.

👉 Eine Schimmelpilzbildung setzt bereits ab einem Luftfeuchtewert von ca. 70% ein, was nach einem Wasserschaden kein unüblicher Wert ist.

Warum Wasserschäden ideale Bedingungen schaffen

Wasserschäden bieten leider ideale Bedingungen für die Bildung von Schimmel:

  • hohe Feuchtigkeit
  • Wärme/optimale Temperaturen zwischen 18°C und 20°C
  • Nährstoffe


All das lieben Schimmelpilze und Schimmelsporen und bereiten so eine optimale Grundlage für ein schnelles und breites Wachstum.

Oft wird ein Wasserschaden nicht direkt erkannt und bleibt länger im Verborgenen. Somit geht wertvolle Zeit verloren, um direkt durch eine ausreichende Luftzufuhr entgegenzuwirken. Viele Baumaterialien sind zudem organisch:

Tapeten
Holz
Rigipsplatten
Klebstoffe

Sind diese erst einmal durchgeweicht – findet der Schimmel einen hervorragenden Nährboden.

Merke: Feuchte Wände haben zudem einen schlechteren Dämmwert als trockene Wände. Dadurch kühlen sie schneller aus, was wiederum zu mehr Feuchtigkeit führen kann. Ein Kreislauf beginnt.

Besonders gefährdete Bereiche – Schimmel von Keller bis Estrich

Nach einem Wasserschaden sind bestimmte Bereiche besonders hoch gefährdet für die Bildung von Schimmel. Warum? Weil meist eine tiefgreifende, gut zirkulierende Lüftung und somit komplette Abtrocknung der Feuchtigkeit nicht stattfinden kann. Stattdessen kann es zum Stau von Feuchtigkeit und Wärme kommen, aufgrund der Gegebenheiten. Oftmals handelt es sich dabei um dunkle Bereiche mit wenig Licht- und Luftzufuhr.

Dazu gehören:

  • Keller
  • Bereiche hinter Möbeln
  • Bereiche unterm Estrich
  • Hohlräume

Darum ist Schimmel unterm Estrich so tückisch

Estrichdämmschichten sind gerade nach einem Wasserschaden potenziell besonders gefährdet für ein mikrobielles Wachstum. Schimmel kann hier einen sehr guten Nährboden finden. Eine ausreichende Trocknung ist entscheidend, um Schimmelbildung und gesundheitliche wie auch bauliche Folgeschäden zu vermeiden.

Warum?

Die Kombination aus Feuchtigkeit, Staub, Schmutz und organischen Bestandteilen im Dämmmaterial sind ideale Voraussetzungen für Schimmelbildung nach einem Wasserschaden.

Achtung Sonderfall: Wasserschaden mit fäkalbehafteten Abwasser

eine Überprüfung oder Erneuerung der Estrichdämmschichten ist fast unumgänglich
Abwasser ist (leider) reich an Nährstoffen und Bakterien

Gleiches gilt für Wasserschäden durch Überschwemmungen mit Erdreich angereichertem Wasser.

Die Gefahr für Schimmelwachstum unterm Estrich bei Wasserschäden durch relativ sauberes, nährstoffarmes Leitungswasser bezieht sich dabei auf die Effizienz und Geschwindigkeit der technischen Trocknung der Dämmschichten. Schimmel kann leider über die Randfugen des Estrichs in die Raumluft gelangen.

Schimmel nach Wasserschaden erkennen

Um Schimmel und seine Folgeschäden nach Wasserschäden schnellstmöglich einzudämmen, zählt jede Sekunde. Ein frühzeitiges Erkennen und sofortiges Handeln ist daher immens wichtig und entscheidend für eine erfolgreiche und nachhaltige Schimmelbekämpfung bzw. Schimmeleindämmung.

Sichtbare Anzeichen

Eindeutig und klar zu erkennen sind Verfärbungen und Flecken an Decken, Böden und Wänden. Meist beginnen sie klein und breiten sich immer mehr aus. Deutlich sichtbar und dunkel gefärbt – meist schwarz oder braun.

Auch ein vermehrtes Auftreten von Silberfischen und Kellerasseln können Anzeichen von Schimmelbefall sein und sollten Ihnen ein mögliches Alarmsignal sein.

👉 Merke: Nur weil Schimmel nicht direkt sichtbar ist, heißt es nicht, dass er nicht da ist und bereits wächst. In den meisten Fällen dauert es sogar bis zu 12 Tagen, bis er sichtbar wird.

Nicht-sichtbare Anzeichen

Allerdings lässt sich Schimmel auch eindeutig am muffigen, modrigen Geruch identifizieren – hohe Luftfeuchtigkeit ist zusätzlich spürbar. Lüften allein bringt hier keine Abhilfe.

Auch durch körperliche, gesundheitliche Symptome lässt sich ein Schimmelbefall eindeutig erkennen und bestimmen.

Dazu gehören:

  • Atemwegsbeschwerden
  • Allergische Reaktionen
  • Asthma
  • Bronchitis
  • Husten, Halskratzen, Heiserkeit
  • Bauchschmerzen
  • Übelkeit
  • Verdauungsprobleme
  • Augenreizungen
  • Kopfschmerzen
  • Schlafstörungen

Versteckter Schimmel: Die unsichtbare Gefahr

Nicht immer ist Schimmel eindeutig sichtbar oder erkennbar – und dennoch da. Der versteckte Schimmel ist sozusagen “die unsichtbare” Gefahr, weil er lange unentdeckt bleiben kann. Der Schaden und die Risiken für Gesundheit & Bausubstanz steigen gerade dadurch enorm an.

Häufig aufzufinden:

hinter Tapeten & Wandverkleidungen
hinter Schränken & Möbeln
in Lüftungssystemen
unter Teppichen & Fussbodenbelägen
in Dämmmaterialien innerhalb von Wänden

Gesundheitsrisiken durch Schimmel

Schimmel – die große Unsicherheit nach Wasserschäden

Wie gefährlich Schimmel für unsere Gesundheit sein kann, wissen nur die Wenigsten. Langfristig kann ein Schimmelbefall zu ernsthaften und chronischen Gesundheitsproblemen führen – ausgelöst vor allem durch schwarzen Schimmel.

Schimmelpilze produzieren Allergene und Toxine, die starke gesundheitliche Reaktionen nach sich ziehen können.

Atemwege, Allergien, Immunsystem

Schimmel kann Sporen in die Luft abgeben.
Diese können so über den Atem in den Organismus gelangen.
Dauerhaft kann Schimmel somit das Immunsystem schwächen, da dieses ständig gegen die äußeren Erreger ankämpfen muss.
Das wiederum kann zu der Entwicklung von Allergien, Atemwegserkrankungen wie Asthma und Hautausschlägen führen.
👉 Mykotoxine – Gifte, die von einigen Schimmelarten gebildet werden – können durch Hautkontakt oder Einatmen tatsächlich sogar Vergiftungserscheinungen verursachen.

Die großen Drei – Schwarzschimmel bis Gelber Schimmel

Einige Schimmelarten sind leider besonders populär aufgrund ihrer toxischen Wirkungen für Mensch und Bausubstanz.

Schwarzer Schimmel Stachybotrys: wirkliche Gefahr für Gesundheit & Mauerwerk
→ Grüner Schimmel: Häufig auf Lebensmitteln, aber auch an feuchten Wänden
Gelber Schimmel: Seltener, aber bildet krebserregende Aflatoxine

Gefährdete Personengruppen

Personengruppen, die besonders gefährdet sind unter den gesundheitlichen Auswirkungen von Schimmel zu leiden, sind:

  • Kinder
  • Senioren
  • Menschen mit geschwächtem Immunsystem

👉 Entweder hat das Immunsystem noch nicht oder nicht mehr ausreichend Kraft sich dagegen zur Wehr zu setzen, z.B. durch Vorerkrankungen wie HIV oder Chemotherapien.

Merke: In seltenen Fällen können Menschen mit geschwächtem Immunsystem in lebensbedrohliche Situationen geraten.

Schimmel vermeiden – Prävention nach Wasserschaden

Wasserschäden gehören zum Leben dazu. Jedoch ist ein schnelles Handeln dringend erforderlich, um Schimmelbildung vorzubeugen und gesundheitliche Risiken zu minimieren.

Schnelle Trocknung als wichtigste Massnahme

Schnelle und fachgerechte Trocknungsmaßnahmen sind das A und O, um ein unkontrolliertes Wachstum von Schimmelpilzen, Toxinen und Bakterien zu verhindern.

Dabei geht es eben nicht nur um eine oberflächliche Trocknung durch einfaches Stoßlüften, sondern darum, dass vor allem die Feuchtigkeit, die in der Tiefe sitzt und in die Bausubstanz eingedrungen ist, extrahiert wird, um weiteres Unheil zu vermeiden.

Primär-und Sekundärbefall ist hier ein wichtiger Baustein.

Schimmel kann direkt an der Quelle des Wasserschaden entstehen, aber eben auch an anderen Stellen aufgrund der Erhöhung der Luftfeuchtigkeit.

Der Kapillar-Effekt des Wassers führt dazu, dass Feuchtigkeit und ggf. auch Schimmel dort auftreten kann, wo Wasser entlang geflossen oder ausgetreten ist.

👉 Merke: Warme Luft kann grundsätzlich mehr Feuchtigkeit binden als kalte.

Professionelle Bautrocknung

Eine professionelle Bautrocknung dringt genau in die erforderliche Tiefe und Bausubstanz ein, um der Schimmelbildung nach einem Wasserschaden vorzubeugen – ohne halbe Sachen. Die Kosten werden in der Regel von der Gebäudeversicherung übernommen. Bei auslösenden Naturereignissen von der Elementarschutzversicherung.

Bautrocknungsgeräte und Luftentfeuchter kommen zum Einsatz
Zwei Verfahren sind bewährt: Überdruck-und Unterdruckverfahren

Arten der Bautrocknung:

  • Raumtrocknung
  • Dämmschichttrocknung
  • Estrichtrocknung
  • Hohlraumtrocknung

Überdruckverfahren

Dieses Verfahren basiert auf dem Hineindrücken warmer, trockener Luft.
Dem Zugrunde liegen zuvor getätigte Bohröffnungen beispielsweise in den Estrich. Die warme, trockene Luft nimmt Feuchtigkeit auf und entweicht mit dieser über die Randfugen und Entlastungsbohrungen wieder.

schnell und effektiv
spart oft 50% der Trocknungszeit

Nachteil:
feuchte Luft an in trockene Bereiche gelangen

👉 ABER: Ist bereits ein Schimmelbefall vorhanden, wird dieses Verfahren nicht angewendet.
Schadstoffe – in diesem Fall Schimmelsporen & -pilze – gelangen über die Randfugen in die Raumluft

Unterdruckverfahren/Saugverfahren

Dieses Verfahren basiert auf dem Absaugen der feuchten Luft beispielsweise aus der Dämmschicht. Auch hier bilden zuvor getätigte Bohröffnungen die Grundlage.

hocheffiziente Methode
verunreinigte Luft aus der Dämmschicht wird durch einen HEPA-Filter gereinigt bevor sie in den Raum gelangt (wichtig bei Kindergärten, Schulen oder Krankenhäusern)
Wasser/feuchte Luft wird hier nicht in trockene Bereiche gedrückt
Absaugen der feuchten Luft erfolgt über die Bohröffnungen oder Randfugen
bevorzugte Methode, wenn bereits Schimmel vorhanden ist

👉 Merke: Nasse Wände trocknen leider nur sehr langsam. Geduld ist hier eine Tugend.
MIt Hilfe einer professionellen Bautrocknung kann sich die Trocknungszeit nasser Wände allerdings auf 14-21 Tage verkürzen.

Die professionelle Fachfirma wird aufgrund des vorliegenden Schadens genau wissen, welches Verfahren sich in Ihrem Fall am besten eignet.

Wasserschaden & Schimmelwachstum: Dann muss der Estrich raus

Irgendwann gibt es nur noch eine Lösung: der Estrich muss raus.
Nach einem Wasserschaden kann das der Fall sein, wenn:

Fäkalien durch Abwasser Estrich und Dämmschichten durchtränkt haben
Dämmschichten bereits komplett verschimmelt sind
eine Trocknung des Estrich technisch nicht möglich ist (oft bei Mineralwolle der Fall)
der Estrich Risse und Hohlstellen aufweist oder sich ablöst
trotz Trocknung des Estrich sind Schimmelsporen auch nach Wochen weiter nachweisbar

Raumklima-Kontrolle

Nach einem Wasserschaden ist es essentiell, das Raumklima in gewisser Weise zu kontrollieren, um die Bildung von Schimmel zu verhindern.

  • Richtiges Heizen für eine konstante Raumtemperatur
    Vermeidung kalter Oberflächen
    Vermeidung auskühlender Außenwände
  • Intensives Lüften für eine bestmögliche Luftzirkulation
    regelmäßiges Stoßlüften (3-4mal täglich)
    Feuchtigkeit wird nach draußen transportiert
  • Geruchskontrolle für erste Anzeichen
    muffig, modriger Geruch entsteht oft vor sichtbaren Anzeichen
  • Hygrometer-Kontrolle für eine Überwachung der Luftfeuchte
    ideale Werte der Luftfeuchte sollten zwischen 40% und 60% liegen

Schimmel entfernen – Selbst oder Fachfirma?

Da eine nachhaltige und ordentliche Schimmelentfernung immens wichtig für den Erhalt der eigenen Gesundheit, der Gebäudesubstanz und auch dem Immobilienwert ist, sollte hier nicht am falschen Ende gespart werden. Kleinste Flächen können selbst bereinigt werden. Wann Sie eine Fachfirma zur Schimmelentfernung beauftragen sollten, ist relativ eindeutig.

Wann reicht Eigeninitiative?

Nicht immer muss bei einem Schimmelbefall direkt ein Fachmann gerufen werden. Ausschlaggebend ist dafür die Größe der mit Schimmel befallenen Fläche. Hier gibt es grobe Faustregeln.

  • geringfügiger Schimmelbefall: Fläche bis ca. 20cm2
    z.B. kleine schwarze Flecken im Badezimmer
    Entfernung auf Eigeninitiative möglich
  • befallene Kleinfläche: <0,5m2
    Selbstreinigung möglich, aber mit Schutzkleidung
    Ursachenforschung vorher wichtig
    Räume intensiv lüften
    70%igen Alkohol oder Wasserstoffperoxid benutzen
    Antischimmelspray, Antischimmelfluid

Tipp: Schimmel niemals trocken abwischen, da sonst Schimmelsporen in die Luft gelangen können.

👉 Merke: Auch wenn es im Handel Mittel gegen Schimmel mit Chlorgehalt gibt, sollte hier Vorsicht geboten werden. Chlor in bewohnten Räumen kann u.U. eine Reizung der Schleimhäute nach sich ziehen.

👉 Auch die Profis nutzen vorwiegend chlorfreie Mittel zur Schimmelbekämpfung.

👉 Unterschiede zwischen bewohnten Räumen und Industriehallen.

OrtAnwendung chlorhaltiger Mittel
Bewohnte Räume
Industriehallen

Während in Industriehallen auch mal chlorhaltige Mittel zum Einsatz kommen können, ist es in Privaträumen unüblich. Es geht darum die Gesundheit der Bewohner auch bei der Schimmelbekämpfung zu schützen.

Ab wann muss der Profi ran?

Fachleute und Profis sollten unbedingt gerufen werden, wenn es sich um einen Großbefall an Schimmel handelt – im Prinzip bei einer Flächengröße über 0,5m2.

Auch wenn der Schimmel trotz Trocknung wieder kommt, sollte ein Fachmann gerufen werden

Sind Estrich oder Dämmschichten von Schimmelbefall betroffen, muss ein Profi ran. Die Gefahr besteht nämlich genau hier, dass sich Schimmel im Verborgenen bildet oder bereits existiert

👉 Merke: Ist die Gebäudesubstanz erst einmal angegriffen, kann das ernste und weitgreifende Probleme nach sich ziehen.

Tipp: Je früher ein Schimmelbefall fachgerecht entfernt wird, umso besser.

Eine professionelle Schimmelsanierung zielt nicht nur darauf ab, den Schimmel oberflächlich zu entfernen, sondern die Ursachen klar zu definieren, um einem erneuten Befall vorzubeugen.

Am Ende geht es darum, dass Sie Ihre Wohnräume wieder problemlos nutzen können, ohne Angst vor gesundheitlichen Risiken.

Ablauf einer professionellen Schimmelsanierung

  1. Schadensanalyse + Ursachenforschung
    → Prüfen der Ursache des Befalls
    → Messung der Feuchtigkeit, Kontrolle der Bausubstanz
    → Ortung der Nässezufuhr
  2. Absichern betroffener Räume
    → Abdeckung & Luftfilter dämmen Schimmelsporen ein
  3. Entfernung des Schimmels
    → oberflächliche Entfernung von Schimmel & befallener Materialien
    → Tapeten, Putz, Holz werden ggf. entfernt – je nach Tiefe des Befalls
    Mittel zur Entfernung u.a.: Wasserstoffperoxid, 70%tiger Alkohol, Natriumhypochlorit, Anti-Schimmelspray
  4. Trocknen & Desinfizieren
    → aller Flächen bis in die Tiefe der Bausubstanz
    → Raumklima wieder “gesund” hergestellt
    → verschiedene Methoden anwendbar: Fogging, Kaltnebelverfahren, Feinreinigung
  5. Beseitigung der Baustelle
    → Wiederherstellung Bewohnbarkeit
    → neue Putzschichten, frischer Anstrich, Reparaturen

Schimmelgutachten – Wann nötig?

Es kann verschiedene Gründe und Ausgangssituationen geben, warum ein Schimmelgutachten notwendig und ratsam ist. Es dient u.U. als Beweismittel bzw. Grundlage für weitere Schritte.

Ein Schimmelgutachten ist nötig, wenn:

  • die befallene Fläche größer als 0,5m2 ist
  • Ursachen unklar sind
    → Schimmel entsteht trotz ausreichend Lüftens
    → ggf. durch bauliche Mängel
  • gesundheitliche Probleme auftreten
  • ein muffiger, modriger Geruch sich ausbreitet
  • Feuchtigkeit nach einem Wasserschaden nicht vollständig abtrocknet
  • es zu Rechtsstreitigkeiten kommt
    → Mieter vs. Vermieter I Nutzungsverhalten vs. Baufehler

Tipp: Nur ein Gutachter kann letztlich die Art des Schimmelpilzes feststellen und den Grad an gesundheitlicher Gefährdung.

So helfen Sie dem Gutachter – und sich

Dokumentieren Sie für sich, aber auch für den Gutachter den Schaden und den Schimmelbefall ausreichend. Sammeln Sie auch alle anderen Dokumente, wie das Feuchtemessungen-Protokoll der Trocknungsfirma.
Das ist hilfreich und kann für die Versicherung und die Kostenübernahme der Schimmelsanierung entscheidend sein.

Fotos, Videos machen
Dokumente und Messprotokolle sammeln

Wer zahlt die Schimmelsanierung?

Kurz und knapp: Rechtlich gesehen trägt die Partei, die Schimmel verursacht hat, die Kosten.

Die meisten Versicherungen kommen für eine Schimmelsanierung und deren Folgeschäden nach einem unverschuldeten Wasserschaden auf. Allerdings ist ein wichtiger Faktor für eine Kostenübernahme der Schimmelsanierung der Ort und Ursache für den Schimmelausbruch.

Versicherungsfragen

Schimmelbefall nach einem unverschuldeten Wasserschaden ist ärgerlich und nervenaufreibend, aber in der Regel übernehmen die Kosten für die Schimmelbeseitigung und Schimmelsanierung die entsprechenden Versicherungen – je nachdem, was genau befallen ist.

VersicherungSchadensart
WohngebäudeversicherungSchimmel am Mauerwerk, Putz, Estrich,
Bausubstanz, Wänden, Decken,
HausratversicherungSchimmel am persönlichen Eigentum
z.B. Möbel, Teppiche, Kleidung
Private HaftpflichtversicherungSchimmel am Eigentum Dritter,
verursacht durch Schuld Dritter,
z.B. durch einen eigens verschuldeten Wasserschaden durch die ausgelaufene Waschmaschine kommt es zu Schimmel am Eigentum des Nachbarn
ElementarschutzversicherungSchimmel z.B. durch Rückstau,
Überschwemmungen, Naturereignisse

Mieter vs. Vermieter – zwischen Mietminderung & Eigenverantwortung

Schimmel ist da. Doch wer ist jetzt in der Bringschuld – Mieter oder Vermieter?

Im Prinzip ist der Vermieter in der Pflicht, den Schimmel zu beseitigen. Er trägt quasi auch die Kosten für Beseitigung und Sanierung von Schimmelbefall:

nach einem nicht behobenen Wasserschaden
nach einem nicht-fachgerecht behobenen Wasserschaden
durch Baumängel

Im Normalfall wird die Gebäudeversicherung des Vermieters dann für Schimmelbeseitigung und Schimmelsanierung einschließlich sämtlicher Reparaturen aufkommen.

👉 Ausnahme: Sind Sie als Mieter und Bewohner selbst für den Schimmelpilz verantwortlich. Dann haften Sie für die Kosten.

Dazu gehört auch nachweislich falsches bzw. ungenügendes Heiz-und Lüftungsverhalten.
Achten Sie nach einem Wasserschaden unbedingt auf ausreichend Luft-und Wärmezufuhr.

Bei Schäden an Ihrem persönlichen Eigentum, gilt es allerdings, Ihre Hausratversicherung zu kontaktieren.

Auch wenn der Vermieter Sie als Mieter gerne in die Verantwortung für den Schimmelbefall ziehen möchte, geht das nicht so schnell und so einfach.

Der Vermieter ist immer in der Beweislast ein vertragsgemäßes und mangelfreies Mietobjekt zur Verfügung gestellt zu haben.

👉Wichtig: Sie müssen als Mieter den Schimmelbefall allerdings sofort melden!

Mietminderung bei Schimmelbefall

Ja, das ist möglich – allerdings nicht sofort.

Melden Sie den Schimmelbefall frühzeitig Ihrem Vermieter
Dokumentieren Sie den Befall ausreichend mit Videos und Fotos
Setzen Sie eine angemessene Frist an den Vermieter

Sollte der Vermieter mehrmals nicht angemessen reagieren, Sie komplett ignorieren oder gar nicht erst ins Handeln kommen, dann ist der Moment für eine Mietminderung gekommen.

FAQ

Ist Schimmel nach einem Wasserschaden gefährlich?
Ja, denn er kann gesundheitsschädlich wirken und obendrein Putz, Mauerwerk und Holz dauerhaft schädigen.
Nach einem Wasserschaden können sich Schimmelsporen bereits nach 24-48h bilden, Bereiche mit schlechter Luftzirkulation z.B. hinter Möbeln und im Estrich können bereits nach 3-5 Tagen von Schimmelpilzen betroffen sein.
Als Faustregel können Sie sich merken, dass Sie Schimmel bis zu einer befallenen Fläche von 0,5m2 selbst entfernen können. Alles, was darüber hinausgeht, sollte von einem Fachmann angegangen werden.
Ein Auszug bei Schimmelbefall ist nur bei akuter Gesundheitsgefährdung gerechtfertigt. Das wiederum ist abhängig von der befallenen Flächengröße. Der Befall muss aber in jedem Fall dem Vermieter gemeldet werden.
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