Sichtbare Anzeichen: Flecken
Man hofft, man bleibt verschont und dennoch sind ungewöhnliche Flecken an Wänden, Decken und Böden ein klares Indiz für Schimmelbefall. Auch wenn sie unliebsame Begleiter von Schimmelbildung sind, sind sie zumindest relativ eindeutige Anzeichen, dass etwas nicht stimmt.
Diese Verfärbungen und Flecken können auftreten:
- schwarz
- grün
- rot
- weiß
| Abblätternde Farben & Tapeten können bereits ein erster Hinweis auf Schimmel sein. |
Die Farbe des Schimmels allein reicht meist nicht aus, um die genaue Gefährlichkeit zu bestimmen, die vom vorliegenden Schimmelbefall ausgeht. Auch wenn “Schwarzer Schimmel” – Stachybotrys genannt – häufig sehr giftig sein kann. Eine Laboranalyse bringt die notwendige, empirische Gewissheit.
Geruchliche Anzeichen: Muffig & Modrig
Ein erdiger, modriger Geruch deutet zumeist auf Stoffwechselprozesse von Pilzen hin. In den eigenen 4 Wänden möchte man dies ungerne riechen.
Ein muffig & modriger Geruch kombiniert mit einer bereits spürbar hohen Luftfeuchtigkeit weist jedoch leider direkt auf einen Schimmelbefall nach einem Wasserschaden hin. Und gehört zu den frühen Warnsignalen. Oftmals bevor Schimmel überhaupt sichtbar wird.
Versteckter Schimmel: Die unsichtbare Gefahr
Eine besondere Herausforderung in Sachen Schimmel nach einem Wasserschaden erkennen: Versteckter Schimmel.
Warum ist Versteckter Schimmel so gefährlich?
Ganz einfach: Weil er meist über längere Zeit unentdeckt bleibt. Die Schimmelpilze können sich so ungestört vermehren.
| Zeit | Schimmelbefall |
| 24-48h | Schimmelsporen beginnen bereits zu keimen |
| 3-5 Tage | Schimmelpilze vermehren sich im exponentiellen Wachstum |
Warum bleibt Schimmel unentdeckt?
Wasserschäden oder Schimmelbefall können unentdeckt bleiben, wenn sie ungewollt gut versteckt sind oder unbemerkt passieren.
- hinter Möbeln, Tapeten
- hinter Fußleisten
- unter Teppichböden
- in Dämmschichten
- in abgehängten Decken
- in Leichtbauwänden
Wirkt nach außen hin zunächst alles „normal“, vermutet man nicht direkt einen Wasserschaden, Schimmel- oder Feuchtigkeitsbefall.
Die Trockenbauwand – Nährboden für Schimmelpilze
Etwas tückisch ist es leider, dass Gipskartonplatten als Nährboden für Schimmelpilze dienen können. Vor allem, wenn Feuchtigkeit aus Mauerwerk oder Kondensationswasser eindringt, bieten sie ein Schlaraffenland für das exponentielle Wachstum von Schimmel.
Auch Tapetenkleister bietet einen wunderbaren Nährstoffboden für Schimmelpilze. Seine zellulose Basis in Verbindung mit Feuchtigkeit ist eine optimale Bedingung.
Zudem bestehen gerade Raufasertapeten aus Holz und Papier, also aus orgensichen Stoffen, die in der Kombination mit Feuchtigkeit ebenfalls einen hervorragenden Nährboden für Schimmelpilze bilden.

Tipp: Schimmelschutz lässt sich dem Tapetenkleister zumischen. Es gibt auch bereits alternative Kleister mit integriertem Schimmel- und Pilzschutz.
Gesundheitliche Hinweise als Indikator
Auch der Zustand der eigenen Gesundheit kann klare Hinweise auf einen Befall von Schimmel nach einem Wasserschaden geben.
Treten bestimmte Symptome vor allem dann auf, sobald man sich Zuhause aufhält und bessern sich wiederum, wenn man woanders ist – sollte man dem genauer auf den Grund gehen.
| Atemwegsbeschwerden | → anhaltender Husten → Heiserkeit → Halskratzen → Atemnot & Bronchitis wie bei einem asthmatischen Anfall → anhaltende Infekte |
| Allergische Reaktionen | → Hautausschläge & Hautreizungen → laufende, verstopfte Nase → Niesattacken → tränende und juckende Augen → Magen-Darm-Trakt → Histamin-Assoziierte Reaktionen ähnlich einer Histaminintoleranz |
| Allgemeine Symptomatiken | → Fieber → Muskel- und Gelenkschmerzen → Konzentrationsstörungen, Verwirrtheit → Kopfschmerzen, Migräne →chronische Müdigkeit → Magen-Darm-Probleme wie Erbrechen, Übelkeit, Bauchschmerzen, Durchfälle |
Beobachten Sie ungewöhnliche Reaktionen Ihres Körpers. Halten Sie diese ggf. schriftlich fest, um alles gut nachvollziehen zu können. So hat auch Ihr Arzt eine gewisse Agenda, die ihm Aufschluss geben kann.
Check-Up-Fragen: Schimmelverdacht nach Wasserschaden
→ Wann und seit wann tritt z.B. mein Husten, Heiserkeit auf?
→ Gibt es sichtbare, verdächtige Flecken an Wänden, Decken und Böden?
→ Treten meine juckenden Augen auf, seitdem die Luftfeuchtigkeit im Raum besonders hoch ist?
→ Verdauungsbeschwerden treten seit dem modrigen Geruch auf?
Selbsttests: Schimmel-Schnelltest für Zuhause
Selbsttests bei einem vermuteten Schimmelbefall ersetzen natürlich keinen Sachverständigen, aber sie können ein erster Richtungsweiser sein. Vor allem dann, wenn man ersten Vermutungen schnell nachgehen will.
Abklatschtests für Zuhause
Der Abklatschtest weist Schimmelbefall an verdächtigen Oberflächen, wie z.B. Wänden nach. Es gibt verschiedene Arten von Abklatschtests, jede mit Vor- und Nachteilen.
→ durch Teststreifen
→ durch Nährboden in einer Petrischale, der auf die verdächtige Stelle gedrückt wird
| Teststreifen | Nährböden |
| – können oft vor Ort ausgewertet werden – schlagen nicht bei jeder Schimmelart an | – genommene Proben werden an ein Labor gesendet – eindeutige Bestimmung von Gattung, Art, Menge des Schimmelbefalls möglich |
Raumlufttest für Zuhause
Raumlufttests, um einen möglichen Schimmelbefall nachzuweisen, sind relativ einfach in der Handhabe. Kleine Petrischalen mit Nährboden werden im Raum verteilt aufgestellt. Nach einigen Tagen bilden sich womöglich sichtbare Schimmelkolonien auf den Nährböden. Die Menge gibt Aufschluss über das Ausmaß der Belastung der Schimmelpilzsporen in der Raumluft.
Auch die Art und Gattung des Schimmelpilzes wird ermittelt.
→ Eignet sich besonders bei einem auffällig modrigen Geruch ohne sichtbare Schimmelanzeichen
Merke: Die meisten Raumlufttests beinhalten eine professionelle Laboranalyse.

Tipp: Selbsttests sind wertvolle Richtungsweiser. Professionelle Laboranalysen und Nachweise geben fundierte empirische Ergebnisse.
Professionelle Methoden: Feuchtemessung bis Laboranalyse
Will man wirklich auf Nummer sicher gehen und Zeit sparen, ruft man am besten immer den Profi. Professionelle Methoden, um einen Schimmelbefall und dessen Ursachen nachzuweisen, verlaufen meist zerstörungsfrei.
Nur in Ausnahmefällen kann es unter Umständen zu Kernbohrungen kommen oder Bauteile müssen geöffnet werden, um genauere Messwerte bestimmen zu können.
Die Ergebnisse sind fundiert, eindeutig und aufschlussreich.
Es gibt verschiedene Methoden und Vorgehensweisen. Dabei wird die Feuchtigkeit im Baumaterial und an entsprechenden Stellen nicht nur an der Oberfläche gemessen, sondern auch in der unsichtbaren Tiefe. Ein wichtiger Teil der Ursachenforschung.
Diese Herangehensweise gibt es:
- Feuchtemessung
→ Kapazitive Feuchtemessung: mit Hilfe eines elektrischen Feldes, wie ein Echolot für die Wand
→ Mikrowellen-Feuchtemessung: besonders bei Beton, Ziegel angewendet
→ Widerstandsmessung durch Elektroden: Strom wird hier durch das betroffene Material geleitet,
je feuchter die Wand ist, desto besser leitet sie
→ Thermografie (Infrarot): nicht-invasiv, Bestimmung der Oberflächentemperatur
→ Datenlogger für eine Langzeitmessung von Temperatur und Luftfeuchtigkeit
- Schimmelbestimmung durch Laboranalyse
→ Abklatschprobe oder Klebestreifenprobe
→ Abstrichprobe gut bei unebenen Oberflächen
→ Materialproben direkt vom Baumaterial
→ PCR-Tests für sehr präzise Bestimmung
→ Mycometer-Tests für vor Ort
→ Mikroskopische Bestimmung
| Die Kosten für professionelle Analysen variieren je nach Umfang von 80€ für einfache Tests bis mehrere Hundert Euro für ein Gutachten. |
Wann sollte man einen Sachverständigen einschalten?
Selbst vermeintlich kleine und oberflächliche Flecken von Schimmelbefall an Böden, Decken und Wänden, können auf größere, versteckte Feuchtigkeitsprobleme hinweisen. Bleiben diese unentdeckt oder ungelöst, wird auch lästiger Schimmelbefall immer wieder auftreten.
Ein Sachverständiger sollte eingeschaltet werden, um ein viel klareres Bild der Schimmelentwicklung und seiner Art zu bekommen.
Das ist definitiv entscheidend, wenn:
- die Ursache und das Ausmaß von Schimmelbefall nicht klar ist
- gesundheitliche Probleme auftreten
- mietrechtliche Auseinandersetzungen vorliegen: Schuldfrage zwischen Vermieter und Mieter
- ein Haus- oder Immobilienverkauf ansteht, da vor allem verdeckter Schimmel wertmindernd wirkt
- eine energetische Sanierung geplant ist, um bereits vorhandene Feuchtigkeitsschäden auszuschließen
- trotz Reinigungsversuchen der Schimmel immer wiederkehrt
