Schon allein der Wasserschaden fühlt sich an wie eine Ewigkeit. Viele möchten verständlicherweise das Thema hinter sich bringen. Wir geben Ihnen Auskunft über die realistischen Trocknungsphasen und klären Sie über die Gesamtzeit einer Wasserschadensanierung auf. Zudem erfahren Sie in diesem Artikel auch noch Tipps und Tricks, wie Sie die Trocknungsdauer verkürzen können.
Welche Faktoren die Dauer der Wasserschadensanierung beeinflussen
Die Dauer einer Wasserschadensanierung ist von mehreren Faktoren abhängig. Demnach sind beispielsweise das Schadensausmaß und die Baustoffe ausschlaggebend. Je größer der Schaden, desto länger ist die Dauer der Wasserschadenstrocknung. Auch ist entscheidend, wie schnell der Wasserschaden entdeckt worden ist bzw. wie lange er unbemerkt geblieben ist. So trocknen oberflächliche Schäden innerhalb von wenigen Tagen, wohingegen bei einer stark durchfeuchteten Wand mit 2–6 Wochen zu rechnen ist.
Auch die Jahreszeit kann ein unterstützender oder hemmender Faktor sein. Findet die technische Trocknung im Sommer statt, so kann das trockene und warme Wetter ein unterstützender Faktor sein. Im Herbst oder Winter ist es ratsam, die Fenster geschlossen zu lassen aufgrund des feuchten Klimas. Wird bei einem solchen Wetter gelüftet, gelangt noch mehr Feuchtigkeit in den Raum, was das Verfahren der technischen Trocknung erschwert, sodass deutlich mehr Energie benötigt wird.
Was ebenfalls Einfluss auf die Dauer des Trocknungsprozesses hat, ist das richtige System. So gibt es verschiedene Trocknungsmethoden. Um das Verfahren zu unterstützen und somit die Trocknungszeit zu verkürzen, empfiehlt sich der Einsatz von Ventilatoren. Durch die Kombination aus Trocknungsverfahren und Ventilatoren können Sie in den meisten Fällen eine erhebliche Verkürzung erzielen.
Damit Sie auf einen Blick die gängigsten Wasserschäden mit der dazugehörigen Trocknungsdauer erfassen können, haben wir Ihnen eine Tabelle erstellt.
Art des Wasserschadens | Zugehörige Trocknungsdauer |
Oberflächlicher Wasserschaden | Wenige Tage |
Durchfeuchtete Wand (Rohrbruch) | 2–6 Wochen |
Estrich/Dämmschicht betroffen | 2–10 Wochen |
Schwerer Hochwasserschaden | Mehrere Monate |
Dicke der Wand: Entscheidender Faktor für die Trocknungsdauer
Sofern Ihre Wand von dem Wasserschaden betroffen ist, ist die Dicke der Wand ein erheblicher Faktor für die Trocknungsdauer. Je dicker die Wand, desto länger die Dauer der Trocknung. Vielleicht ist bei Ihnen der Gedanke aufgekommen, dass eine doppelt so dicke Wand doppelt so viel Zeit benötigt wie eine Wand, die halb so dick ist. Allerdings ist es in diesem Fall so, dass die Trocknung nicht doppelt so viel Zeit in Anspruch nimmt, sondern viermal so viel. So dauert der Trocknungsprozess einer Betonwand beispielsweise deutlich länger als der Trocknungsprozess einer dünnen Wand. Zudem ist bekannt, dass die Trocknung von Bimsbaustoffen schneller vollzogen ist als die Trocknung von Beton.
Welchen Einfluss diffusionsoffene oder diffusionsdichte Wände auf Ihre Trocknung haben
Eine Oberfläche mit einer diffusionsoffenen Beschichtung besitzt kleine Poren, die Feuchtigkeit aufnehmen können. Der Umkehrschluss: Feuchtigkeit kann mittels der Poren nach draußen gelangen. So kann es zu einer regelmäßigen Abführung der Feuchtigkeit kommen. Hingegen lässt die diffusionsdichte Beschichtung keine Feuchtigkeit heraus. Grund dafür ist, dass die Wandoberfläche wie eine Versiegelung wirkt. Man kann es sich als eine Wand vorstellen, durch die nichts hindurchgeht.
Mit welcher Dauer Sie bei der jeweiligen Phase rechnen können
Eine Wasserschadensanierung enthält mehrere Phasen. Diese verschiedenen Phasen sind aufeinander abgestimmt und dauern unterschiedlich lange. Damit Sie nicht nur die Dauer einer technischen Trocknung kennen, möchten wir Ihnen die Gesamtdauer des ganzen Prozesses darstellen, da es kein isolierter Prozess ist, sondern die Phasen voneinander abhängig sind.
1. Sofortmaßnahmen
Die höchste Priorität unter dem Punkt “Sofortmaßnahmen” hat, Wasser und Strom abzustellen. Danach folgen das Entfernen von technischen und anderen wertvollen Geräten sowie die Dokumentation des Schadens. Die Dokumentation ist ein unerlässlicher Schritt, damit die Versicherung Ihnen nicht die Leistungen kürzt. Danach sollten Sie auch Ihre Versicherung über den Wasserschaden informieren und die Dokumentation übermitteln.
Wichtig: Schadensminderungspflicht! Sie stehen in der Pflicht, den Schaden so gering wie möglich zu halten. Zugleich sollten Sie nicht das Reparieren oder das Einschalten von anderen Handwerkern in Betracht ziehen, da das weitere Vorgehen erst von der Versicherung genehmigt werden muss.
Der Schritt „Sofortmaßnahmen“ sollte direkt nach dem Wasserschaden vollzogen werden, weswegen dieser nur wenige Stunden dauern sollte. An dieser Stelle möchten wir Sie auf unseren “Sanierung nach Wasserschaden – Ablauf einer Wasserschadensanierung“-Artikel hinweisen, in welchem die Sofortmaßnahmen in einer Checkliste ausführlicher dargestellt sind.
2. Leckageortung
Dieser Schritt ist vor allem wichtig, wenn Sie nicht genau wissen, wodurch der Wasserschaden verursacht worden ist, bzw. welche Stellen genau betroffen sind. Durch eine Leckageortung kann die betroffene Stelle des Wasserschadens ermittelt werden. Bevor nicht festgestellt worden ist, was die Ursache des Wasserschadens war, kann nicht mit der technischen Trocknung begonnen werden. Andernfalls laufen Sie Gefahr, dass es aufgrund des nicht behobenen Problems zu einem erneuten Wasserschaden kommt. Die gute Nachricht ist, dass eine Leckageortung nicht lange dauert. Die eigentliche Prüfung der betroffenen Stelle kann innerhalb eines Tages vollzogen werden. Kam es zu einem Rohrbruch, kann das Bestellen und Austauschen des Rohres den Prozess verzögern.
3. Technische Trocknung
Die technische Trocknung beinhaltet die Entscheidung des passenden Trocknungsgeräts, sowie das Aufstellen und das Abbauen des Trocknungsgeräts. Dieser Schritt dauert durchschnittlich mindestens 2-6 Wochen aufgrund der Grundstandzeit der Trocknungsgeräte. Zu beachten sind bei diesem Schritt aber auch, wie oben ausgeführt, die Einflussfaktoren der technischen Trocknung.
Falls in Ihrem Fall die Dämmschicht oder der Estrich betroffen ist, verzögert sich das Verfahren aufgrund des Einsatzes eines Unterdruck-Überdruckverfahrens. Dieses Verfahren wird eingesetzt, um die Dämmschicht zu trocknen.
4. Wiederherstellung
Nachdem die technische Trocknung erfolgreich abgeschlossen worden ist, kann mit der Wiederherstellung begonnen werden. Erst jetzt können die Handwerker ihre Arbeit wieder aufnehmen.
Auch in diesem Schritt gibt es Trocknungszeiten, die beachtet werden müssen. So muss bei jedem Spachtelvorgang eine Wartezeit von 12–24 Stunden eingehalten werden, damit eine vollständige Trocknung garantiert werden kann. Je nach Dicke des Estrichs variiert die Trocknung. Bei einer 4 cm Dicke ist mit 4 Wochen zu rechnen. Als Richtwert benötigt 1 cm Zementestrich eine Woche der Trocknung. Ein durchschnittlicher Zementestrich mit 5 cm benötigt ca. 8 Wochen. Anhand dessen ist zu erkennen, dass der Trocknungszeitraum ab 4 cm erheblich ansteigt und demnach die lineare Zeitspanne bricht. Sofern die Trocknungszeit verkürzt werden soll, empfiehlt sich der Anhydritestrich, da dieser wesentlich schneller trocknet als der typische Zementestrich.
Insgesamt können Sie mit einer Gesamtdauer inkl. Wiederherstellungsarbeiten von ca. 8 Wochen rechnen. Dabei sind nicht nur die genannten Schritte mit einbezogen, sondern auch das mögliche Spachteln, Verputzen und das Verlegen eines neuen Bodens.
Wie Sie Folgeschäden bei einer Wasserschadensanierung verhindern können
Um einen erneuten Wasserschaden oder Folgeschäden zu vermeiden, verhindern Sie unbedingt das vorzeitige Abbauen von Geräten. Vielleicht kommt es Ihnen so vor, dass die Trocknung nun beendet werden kann. Vertrauen Sie bei dem Abbauen von den Trocknungsgeräten allerdings auf Fachleute. Andernfalls kann es dazu kommen, dass noch nicht sichtbare Feuchtigkeitsschäden bestehen, die mangels einer ausreichenden Trocknung Folgeschäden verursachen können. Aus diesem Grund empfehlen wir dringend, nicht auf eigene Hand das Trocknungsgerät abzubauen.
Unterstützende Faktoren: So minimieren Sie die Dauer der Wasserschadensanierung
Um die Trocknungsdauer zu minimieren, können Ventilatoren eingesetzt werden. Auch ist das richtige Gerät in Ihren Fall entscheidend. Der Adsorptionstrockner kann so auch bei sehr niedrigen Temperaturen eingesetzt werden und trocknet stark durchfeuchtete Substanzen effektiv. Demnach ist der Adsorptionstrockner passend, wenn es Ihnen auf eine kurze Trocknungszeit ankommt. Zu beachten ist allerdings bei dem Adsorptionstrockner, dass er viel Energie verbraucht und demnach teurer als andere Verfahren kommt.
Tipp: Oft können Sie die Stromkosten bei Ihrer Versicherung einreichen.
Um die Trocknungszeit erheblich zu verkürzen, besteht auch die Möglichkeit, mehrere Geräte gleichzeitig einzusetzen oder sie zu kombinieren.
Woran ist zu erkennen, dass die Trocknung beendet werden kann?
Um zu wissen, wann die Trocknung beendet werden kann, ist die Messung ein unerlässlicher Schritt. So gibt es die CM-Messung, welche eine genaue Auskunft über die Feuchtigkeit liefern kann. Bei dieser Messung wird eine Probe des betroffenen Materials entnommen. Die Zerkleinerung des Materials erfolgt durch einen Hammer, welches dann mit Calciumcarbid vermischt wird. Dieser Vorgang wiederum erzeugt Acetylen-Gas, dessen Druck gemessen wird. Anhand dessen wird ein aussagekräftiger Wert für die Ermittlung von Feuchtigkeit geliefert.
Müssen Sie mit einem Umzug während der Wasserschadensanierung rechnen?
Ob sich der Umzug während einer Wasserschadensanierung als sinnvoll erweist, hängt davon ab, wie groß der Umfang des Wasserschadens ist und wie sehr der Prozess der technischen Trocknung Einfluss auf Ihre Wohnqualität hat. Vor allem der Lärm und die Wärme, welche durch den Bautrockner erzeugt werden, stellen eine abschreckende Wirkung dar.
Grundsätzlich müssen Sie nicht bei kleineren, oberflächlichen Wasserschadensanierungen ausziehen. Anders sieht es natürlich aus, wenn Sie gesundheitsschädlichen Stoffen ausgesetzt sind oder die Wohnung durch die Arbeiten nicht bewohnbar ist.

Tipp: Um nicht auf den Kosten sitzen zu bleiben, müssen Sie Ihrer Versicherung die Hotelkostenabrechnung einreichen.
Vorteile, von denen Sie bei einer Wasserschadensanierung profitieren können
Natürlich bringt ohne Frage eine Wasserschadensanierung mehr Nachteile als Vorteile mit sich. Damit Sie jedoch nicht mehr Verluste haben, können Sie als Mieter eine Mietminderung geltend machen, sofern es in Ihrer Wohnung zu Einschränkungen aufgrund des Wasserschadens kam. Die Mietminderung können Sie solange geltend machen, bis der Schaden repariert wurde.
Sie fühlen sich überfordert oder möchten einfach bei diesem Prozess Hilfe? Rufen Sie uns an. Wir sind für Sie da, sei es bei einer Leckageortung, Estrich-/Wandtrocknung, oder einer Raumtrocknung. Auch bei der Abwicklung mit der Versicherung unterstützen wir Sie!
