Wir alle kennen es. Die Dokumentation, die in vielen Bereichen untergeht. Haben Sie an das Trocknungsprotokoll nicht gedacht, oder Ihre beauftragte Firma hat es nach der technischen Trocknung vergessen, Ihnen auszustellen? Warum das Trocknungsprotokoll nicht nur ein Stück Papier ist, sondern es einen erheblichen Wert für Ihre Versicherung hat, erklären wir Ihnen in diesem Artikel.
Was ist ein Trocknungsprotokoll?
Ein Trocknungsprotokoll ist eine Dokumentation von einzelnen Schritten und Fortschritten der technischen Trocknung. Es werden durch das Trocknungsprotokoll die Messwerte der Wände, Materialien und des Raumes gesichert. Ebenfalls zeigt es auf, welche Geräte zum Einsatz kamen. Auch wird durch ein Trocknungsprotokoll die Dauer der technischen Trocknung sowie der Stromverbrauch offengelegt.
Die Notwendigkeit eines Trocknungsprotokolls: Für Versicherung
Nun wissen Sie bereits, was ein Trocknungsprotokoll ist. Allerdings ist es nicht nur ein kleiner Bonus, sondern ein unerlässlicher Teil Ihrer technischen Trocknung.
Das Trocknungsprotokoll dient nicht nur Ihnen als Nachweis und Orientierung, sondern dient auch für eine reibungslose Versicherungsabwicklung. Damit Ihre Versicherung den Verlauf der technischen Trocknung nachvollziehen kann und Ihre Kosten erstattet, ist es von Vorteil, den Verlauf detailliert aufzuzeigen. Damit lassen sich der tägliche Verbrauch an Kilowatt, die Nutzungskosten des Trocknungsgeräts, die Einsatzdauer sowie die Kosten für die Beauftragung einer Firma nachweisen.
Wichtig zu wissen ist, dass dem Trocknungsprotokoll eine rechtliche Bedeutung zugutekommt. Denn es liefert noch mehr als nur Messwerte und einen Beleg von Einsatzgeräten. Das Trocknungsprotokoll ist ein Nachweis einer fachgerechten Trocknung. Durch das Ausstellen des Trocknungsprotokolls wird bestätigt, dass die Feuchtigkeitsprobleme und demnach die Schäden behoben worden sind.
Der Inhalt eines professionellen Trocknungsprotokolls: Die wichtigsten Punkte
Beachten Sie diese Liste, für den Fall, dass auch mal Ihre beauftragte Firma einen Punkt auf dem Trocknungsprotokoll vergisst.
1. Schadensdatum und Schadensursache
Achten Sie darauf, dass das Trocknungsprotokoll das Datum enthält, an dem sich der Wasserschaden ereignet hat und was die Ursache für den Wasserschaden war. Diese beiden Komponenten fließen bei der Kostenübernahme von der Versicherung mit ein. Die Ursache des Wasserschadens ist ausschlaggebend dafür, welche Versicherung für den Wasserschaden greift. Falls Sie sich nicht sicher sind, wie und warum der Wasserschaden entstanden ist, empfiehlt sich eine Leckageortung.
2. Betroffene Räume und Materialien
Damit der Wasserschaden nachvollzogen werden kann, ist die Nennung der Räume, die vom Wasserschaden betroffen sind, wichtig. Ebenfalls ist auch die mögliche Durchfeuchtung von Wänden oder Böden aufzuführen. Auch ist die Erwähnung der Luftfeuchtigkeit im Raum nicht zu vergessen. Skizzen können in diesem Fall hilfreich sein, denn diese dienen dazu, einen groben Überblick über die betroffenen Räume zu bekommen. Zudem liefert eine Skizze eine Vorlage für das weitere Vorgehen. Auf diese Weise wird sichergestellt, dass keine Feuchtigkeitsstelle übersehen wird.
3. Eingesetzte Geräte für die technische Trocknung
Denken Sie nicht nur an das jeweilige Trocknungsgerät, sondern auch an andere mögliche Geräte, wie beispielsweise Ventilatoren, die die technische Trocknung unterstützt haben. Auch sind HEPA-Luftreiniger oft ein Teil der technischen Trocknung, weswegen diese ebenfalls aufgeführt werden können. Es ist die Anzahl der Trocknungsgeräte und der Typ des Trocknungsgeräts entscheidend. So gibt es beispielsweise den Adsorptionstrockner und den Kondensationstrockner. Der Kondensationstrockner kühlt die Luft durch ein Kühlgerät stark herunter. Genauer gesagt, unter dem Taupunkt, wodurch die Feuchtigkeit kondensiert. Danach wird die entfeuchtete Luft erwärmt. Anders der Adsorptionstrockner. Dieser filtert die feuchte Luft durch einen Rotor, welcher hygroskopisches Material besitzt. Zuerst wird die feuchte Luft angesaugt, welche anschließend durch das Rad geleitet wird. Während die Feuchtigkeit im Adsorptionstrockner gesammelt wird, wird die dann bearbeitete, entfeuchtete Luft aus dem Adsorptionstrockner in die Raumluft geleitet.
Auch ist eine Dokumentation der Orte der Trocknungsgeräte hilfreich, damit Ihnen keine unzureichende Luftzirkulation vorgeworfen werden kann.
4. Regelmäßige Feuchtemessungen
Diese zeigen die Fortschritte einer technischen Trocknung nach einem Wasserschaden auf. Entscheidend dabei sind die Materialfeuchte sowie die Luftfeuchtigkeit.
5. Fotos
Um das Ausmaß des Schadens zu verdeutlichen, bietet es sich an Fotos aufzunehmen, sowie Messwerte abzufotografieren. Auch in diesem Fall ist mehr, besser als zu wenig.
6. Laufzeiten und Stromverbrauch der Geräte
Diese beiden Faktoren sind eine der wichtigsten Angaben.
7. Abschlusskontrolle
Wenn die technische Trocknung abgeschlossen ist, werden am Ende die Messwerte noch einmal geprüft. In diesem Schritt sollten Feuchtigkeit sowie Folgeschäden ausgeschlossen sein. Der Vorgang wird endgültig abgeschlossen mit der Ausstellung des Trocknungsprotokolls. Nachdem das Trocknungsprotokoll Ihnen ausgestellt worden ist, können Sie dieses bei der Versicherung einreichen. Die Abschlusskontrolle wird als Freigabe angesehen. Mit dieser Freigabe können andere Arbeiten von Handwerkern oder anderen Fachleuten aufgenommen werden.
Welche Rolle Feuchtemessgeräte und Messintervalle haben
Feuchtemessgeräte und Datenlogger dienen dazu, das Trocknungsprotokoll mit exakt genauen Werten auszugestalten. Eine exakte Messung ist die CM-Messung. Die CM-Messung liefert eine genaue Überprüfung der Feuchtigkeit im Material. Bei dieser Messung wird eine Probe des betroffenen Materials entnommen. Die Zerkleinerung des Materials erfolgt durch einen Hammer. Danach wird die Probe mit Calciumcarbid vermischt. Dieser Vorgang wiederum erzeugt Acetylen-Gas, dessen Druck gemessen wird. Dieser Druck ist ein aussagekräftiger Wert für die Ermittlung von Feuchtigkeit.
Zudem gibt es noch eine kapazitive Messung. Dies ist eine zerstörungsfreie Messung, welche durch ein elektrisches Feld die Feuchtigkeit misst. Die Messung erfolgt durch das Eindringen in das elektrische Feld, woran aufgrund des erhöhten Wertes zu erkennen ist, ob Feuchtigkeit vorhanden ist.
Die Messintervalle einer technischen Trocknung nach einem Wasserschaden richten sich nach den VdS-Richtlinien. Die VdS-Richtlinien wurden auf Grundlage von Schadenerfahrungen aufgestellt. Diese haben den Zweck, Schäden zu minimieren. So ist die Norm alle 48 Stunden die Feuchtigkeit zu messen. Dieser regelmäßige Zeitraum soll dazu dienen, dass die Trocknungsmaßnahmen fachgerecht durchgeführt werden können. Durch den regelmäßigen Zeitabstand sollte eine schnelle Besserung erkenntlich sein. Damit nachgewiesen werden kann, dass die Richtlinien eingehalten worden sind, ist es notwendig, das Protokoll mit Datum und Uhrzeit zu versehen.
Häufige Fehler, die Sie vermeiden können
Eine mangelnde Dokumentation oder ein lückenhaftes Trocknungsprotokoll. Diesen Fehler werden Sie nach dem Lesen dieses Artikels wahrscheinlich nicht begehen.
Ein anderer Fehler, den Sie einfach vermeiden können, ist, das Trocknungsgerät nicht zu früh abzubauen. Falls Sie das Trocknungsgerät zu früh abbauen, kann es so zu Folgeschäden wie Schimmel aufgrund der Restfeuchtigkeit kommen.
Erstellung des Trocknungsprotokolls
Die Firma, die Sie für eine technische Trocknung beauftragen, wird Ihnen normalerweise ein Trocknungsprotokoll am Ende der Trocknung ausstellen.
Falls Sie selbst ein Trocknungsgerät mieten und demnach keine Trocknungsfirma beauftragen, besteht die Gefahr, dass die Versicherung dieses nicht anerkennt und die entstandenen Kosten nicht übernommen werden.
Digitales Trocknungsprotokoll von überall aus
Sie haben Bedenken, dass Sie die Trocknungsdokumentation verlegen oder in Ihrer Zettelwirtschaft den Überblick verlieren? Es gibt moderne Softwarelösungen, welche alles digital festhalten. Diese Softwarelösungen können die Qualität Ihres Trocknungsprotokolls verbessern, weswegen Fachfirmen diese Softwarelösungen gerne nutzen. Zudem können Sie als Kunde auch von überall aus auf dieses zugreifen.
Sie haben einen Wasserschaden erlitten und beschäftigen sich nun mit der Beauftragung einer Trocknungsfirma? Wir, Eßer Sanierungtechnik, beraten Sie individuell zu Ihrem Fall. Melden Sie sich! Wir sind für Sie da und kümmern uns um alles – von der Ortung bis zur Versicherung.
