Ist Schimmel gefährlich?
Ja, Schimmel in Wohnräumen ist prinzipiell gefährlich und kann die Gesundheit schädigen. Bereits kleine Mengen von Schimmel in der Wohnung können auf einen größeren Befall und Schaden hinweisen.
So beispielsweise kann Schimmel an Fussleisten oder Randfugen bereits ein möglicher Hinweis auf zu hohe Feuchtigkeit oder sogar fortschreitenden Schimmelbefall im Estrich sein. Schnelles und beherztes Handeln ist entscheidend, um das Ausmaß der Ausbreitung und die damit verbundenen möglichen Folgeschäden einzudämmen. Gefahr besteht sowohl für Gesundheit als auch Bausubstanz gleichermaßen.
| 👉 Auch wenn kleine Mengen an Schimmel nicht direkt problematisch sein müssen, sollte dieser direkt entfernt werden. 👉 Achten Sie auf erste Anzeichen, die auf einen Schimmelbefall schließen lassen. |
Sie sind nicht allein
Etwa 20% der deutschen Haushalte kämpfen mit Schimmelbefall. Sie sind also nicht allein. Und da Schimmelsporen immer in der Luft vorhanden sind, ist es nicht ungewöhnlich, durch veränderte äußere Bedingungen, wie durch einen Wasserschaden, einen Schimmelbefall zu erleben. Oft stecken bauliche Gründe dahinter und weniger hygienische.
Welche gesundheitlichen Probleme kann Schimmel verursachen?
Die Probleme und gesundheitlichen Symptome eines Schimmelbefalls nach einem Wasserschaden können vielfältig sein. Sie können sich temporär äußern, sich aber auch zu chronischen Erkrankungen entwickeln.
Zu den häufigsten somatischen Beschwerden durch Schimmel zählen:
- Atemwegserkrankungen
- Asthma
- Allergien
- Reizungen der Schleimhäute
- Magen-Darm-Beschwerden
- Kopfschmerzen
- Müdigkeit
- Stimmungsschwankungen
| 👉 Schimmel und Schimmelsporen gelangen zumeist durch die Atemluft in den Organismus und verursachen von dort aus zahlreiche Beschwerden. |
Gefährliche Schimmelarten: Schwarzer Schimmel
Stachybotrys Chartarum: Schwieriger Name mit großer Wirkung
Schwarzer Schimmel gilt als besonders gefährlich und problematisch. Er kann oft tief in die Materialien eindringen und sehr viele Sporen freisetzen.
Da Rigipswände aus Cellulose bestehen – organisches Material – bieten diese in Verbindung mit Feuchtigkeit nach einem Wasserschaden einen perfekten Nährboden für Schimmelpilze.
Vor allem bei versteckten Wasserschäden hinter Wänden kommt es oftmals zum Wachstum von Schwarzem Schimmel.
Stachybotrys Chartarum gehört zu den Schimmelpilzarten, die Mykotoxine freisetzen können. Das sind hochgiftige Stoffwechselprodukte von Schimmelpilzen. Diese können besonders belastend für die Gesundheit sein.
Stoffwechselprodukte (Mykotoxine) können in den Blutkreislauf übergehen, je länger die Exposition andauert. Das kann zu Herzrhythmusstörungen, Herzmuskelentzündungen und inneren Blutungen führen.
Besonders gefährdete Gruppen bei Schimmel:
Für einen gesunden Menschen mit einwandfrei arbeitenden Immunsystem ist Schimmel weniger beschwerlich und gefährlich als für Menschen mit einem geschwächten oder noch nicht ausreichend trainierten Immunsystem. Diese Gruppen sind besonders gefährdet und können somit von erheblichen Reaktionen betroffen sein. Natürlich hängt das auch maßgeblich von der Schwere der Vorerkrankungen ab.
Zu den besonders gefährdeten Gruppen gehören:
- Kinder
- Ältere Personen
- Menschen mit Vorerkrankungen wie HIV, Chemotherapie
- Allergiker (vor allem gegen Schimmelpilze)
Warum ist Schimmel in diesen Fällen so gefährlich?
Im Fall von Schimmel steigt die Gefahr von Lungeninfektionen, da das Immunsystem schlechter arbeitet und sich somit schlechter gegen äußere Einflüsse und mögliche Krankheitserreger wehren kann. Bakterien haben es dann leichter in den Organismus einzudringen und dort den normalen körperlichen Ablauf zu stören. So können Schimmelpilzsporen beinahe ungehindert über die Schleimhäute in den Blutkreislauf gelangen.
Schimmelpilzsporen gelangen vor allem über die Atemluft in den Organismus und führen meistens zu Reizungen der Schleimhäute. Schleim bildet sich, Husten, verstopfte Nase, Halsschmerzen etc. Schleimhäute trocknen oft aus, schwellen an, die Haut ist nicht mehr so elastisch und befeuchtet und kann somit leichter reißen bzw. bluten. Dadurch können Schimmelsporen in den Blutkreislauf gelangen und vor allem bei geschwächtem Immunsystem zu schweren, systemischen Erkrankungen oder Pilzsepsis (Blutevergiftung) führen.
Ab wann ist Schimmel gesundheitsgefährdend?
Als Faustregel gilt: Schimmel kann bereits gesundheitsschädigend wirken, sobald er sichtbar, riechbar oder die Sporenbelastung bereits besonders hoch ist.
Eine kleine Menge Schimmel in der eigenen Wohnung ist in der Regel zumeist ungefährlich. Trotzdem sollte dieser schnellstmöglich entfernt werden.
Wirklich gesundheitsgefährdend wirkt Schimmel in Abhängigkeit zur Fläche, Schimmelart, Sporenbelastung, individuellen Veranlagung und Dauer der Exposition.
| 👉 Ja, eine dauerhafte Exposition erhöht die Wahrscheinlichkeit, chronische Krankheiten, wie eine chronische Bronchitis, zu entwickeln. 👉 nach der Empfehlung des Bundesamtes für Umwelt gilt: ab einer befallenen Fläche von >0,5m2 muss ein Fachmann oder Gutachter zur Beseitigung hinzugezogen werden 👉 die natürliche Belastung durch Schimmelsporen in der Raumluft von Wohnungen & Wohnanlagen (nicht in Waldnähe) beträgt etwa 200-300 Sporen/m3 – alles darüber hinaus kann zu potenziellen Problemen führen |
Auch Vorerkrankungen, wie Allergien oder geschwächte Immunsysteme haben einen Einfluss auf die zeitliche Entwicklung von Symptomen & Gefahren bei Schimmel. Manchmal reichen bereits geringen Mengen an Schimmel, um bereits Symptome auszulösen. Andere Menschen spüren bei einmaliger Exposition und geringen Mengen von Schimmelpilzen wiederum gar nichts. Man sieht also auch hier, dass jeder Fall individuell betrachtet werden muss.
Empfehlung Bundesamt für Gesundheit: Luftfeuchtigkeit unter 60%
Die “goldene Mitte” ist auch hier das Mittel der Wahl und sie liegt bei etwa 40-60% Luftfeuchtigkeit. Diese Werte sind optimal für ein gesundes Raumklima. Und das ist gut für beides: Mensch und Bausubstanz.
Eine dauerhafte Luftfeuchtigkeit von über 60% in Kombination mit kalten Außenwänden begünstigt die Schimmelentwicklung. Schimmelsporen sind generell immer in der Luft vorhanden. Ändern sich allerdings die äußeren Bedingungen zu ihren Gunsten, begünstigt das somit auch ihr Wachstum. Das Risiko im Herbst und Winter für die Entwicklung von Schimmel ist somit besonders hoch. Warme Luft kann Feuchtigkeit besser aufnehmen. Dementsprechend ist es ratsam im Winter generell täglich 3-5 min Stoß- und Querlüften und ein gutes Heizverhalten in den Tagesablauf einzubauen. Im Frühling und Sommer hingegen reichen bereits 20 min gutes Lüften für einen ausreichenden Luftaustausch. Generell gilt vor allem nach dem Duschen oder wenn Wäsche in der Wohnung getrocknet wird, darauf zu achten, dass ausreichend gelüftet wird.
| Im Winter ist es außen kalt und innen meist wärmer → weniger bzw. kürzer lüften | Im Sommer ist es außen heiß und innen kälter → mehr bzw. länger lüften |
Psychische Belastung durch Schimmel in der Wohnung
Oft unterschätzt: die psychische Belastung durch einen Schimmelbefall in der eigenen Wohnung. Allein die Angst vor schwerwiegenden gesundheitlichen Problemen und Gefahren bei einem Schimmelbefall kann wie ein Vakuum aus Angst wirken. Normalerweise ist die eigene Wohnung eines: ein Wohlfühlort, die sichere Oase.
Feuchtigkeit und Schimmel in der eigenen Wohnung führen zu geringerem Wohlfühlverhalten. Oftmals kommt ein Ohnmachtsgefühl hinzu, an der Situation nichts ändern zu können. Gefühle der Angst, den eigenen, persönlichen Rückzugsort zu verlieren, werden geschürt. Innere Fragen zu Sanierungskosten und möglichem Mietstreit zwischen Vermieter und Mieter steigern zusätzlich die mentale Belastung. Das wiederum führt zu innerlichem Stress. Angst. Druck. Entzieht Schlaf und Kraft. Ein Kreislauf beginnt.
- sogar Depressionen können laut Studien im Zusammenhang mit Schimmelbefall stehen
- Symptome wie Appetitlosigkeit, Schlaflosigkeit, innere Unruhe kommen dazu
- Mykotoxine stehen im Verdacht das Nervensystem anzugreifen
Nehmen Sie Schimmel in Ihrer Wohnung nicht auf die leichte Schulter. Handeln Sie frühzeitig. Sie selbst werden es sich am meisten danken. Trauen Sie sich, sich mitzuteilen und Hilfe jeglicher Art zu suchen, damit Ihr Heim wieder zu Ihrem Heim wird und werden kann.
