Wände trocknen nach Wasserschaden

So geht’s richtig (mit und ohne Profi)
Nasse Wände nach Rohrbruch oder Starkregen? Wir zeigen, wie Sie Schritt für Schritt vorgehen: von der ersten Soforthilfe bis zur professionellen Wandtrocknung. Erfahren Sie, welche Methoden wirklich helfen – und wann Sie besser einen Fachbetrieb einschalten sollten.

Ein geplatztes Rohr, Starkregen oder ein übergelaufener Waschmaschinenanschluss – und plötzlich ist die Wand nass. Viele Betroffene stehen dann vor derselben Frage: Wie bekomme ich meine Wand nach einem Wasserschaden wieder trocken?

Die gute Nachricht: In vielen Fällen lässt sich die Feuchtigkeit in den Griff bekommen. Entscheidend ist, schnell zu handeln, das richtige Vorgehen zu wählen – und zu wissen, wann man besser einen Fachbetrieb hinzuzieht.
In diesem Beitrag erklären wir Schritt für Schritt, wie Sie Wände richtig trocknen – mit und ohne Profi, und worauf Sie im Raum Frankfurt und Maintal besonders achten sollten.

1. Erste Schritte nach dem Wasserschaden

Bevor es an die eigentliche Trocknung geht, zählen die ersten Minuten. Jetzt gilt: Schäden begrenzen und Sicherheit herstellen.

Diese Schritte sind sofort wichtig:

  1. Wasserzufuhr abstellen (bei Rohrbruch: Hauptwasserhahn schließen).
  2. Strom abschalten, falls Steckdosen oder Leitungen im betroffenen Bereich liegen.
  3. Möbel abrücken und empfindliche Gegenstände sichern.
  4. Stehendes Wasser entfernen – mit Eimern, Lappen oder einem Nasssauger.
  5. Lüften: Fenster weit öffnen, um Verdunstung zu fördern.
  6. Schaden dokumentieren (Fotos, Notizen) – wichtig für die Versicherung.
  7. Sobald das Wasser beseitigt ist, beginnt die eigentliche Herausforderung: die Feuchtigkeit aus der Wand zu bekommen, bevor sie Schimmel oder Putzschäden verursacht.

2. Wie erkennt man, ob die Wand durchnässt ist?

Oft sieht die Wand nach wenigen Stunden wieder trocken aus – aber der Eindruck täuscht. Die Feuchtigkeit steckt tief im Mauerwerk oder Putz.

Typische Anzeichen für durchfeuchtete Wände:

  • Dunkle oder gelbliche Flecken an der Oberfläche
  • Abblätternde Farbe oder Tapete
  • Salzausblühungen oder Putzabplatzungen
  • Muffiger, feuchter Geruch
  • Schimmelbildung an Ecken oder hinter Möbeln

Messung ist Pflicht:

Ein einfaches Feuchtigkeitsmessgerät (Hygrometer oder CM-Messgerät) zeigt, wie viel Wasser wirklich in der Wand steckt. Fachbetriebe führen eine Tiefenfeuchtemessung durch – sie misst nicht nur an der Oberfläche, sondern auch im Mauerinneren.

3. Wände selbst trocknen – Möglichkeiten & Grenzen

Viele Hausbesitzer versuchen zunächst, die Wand in Eigenregie zu trocknen. Das kann funktionieren – aber nur, wenn der Schaden klein und die Wand nicht durchfeuchtet ist.

3.1 Luftentfeuchter einsetzen

Ein elektrischer Luftentfeuchter entzieht der Raumluft Feuchtigkeit, sodass Wasser aus der Wand verdunsten kann.


So geht’s richtig:

  • Gerät in der Mitte des Raums aufstellen, nicht direkt an der Wand.
  • Türen und Fenster geschlossen halten.
  • Regelmäßig den Wassertank leeren.
  • Dauer: meist 5–14 Tage.

💡 Tipp: Bei großen Räumen kann ein zweites Gerät helfen.

3.2 Heizen und Lüften

Wärme beschleunigt die Verdunstung. Heizen Sie den Raum regelmäßig auf 20–22 °C und lüften Sie kurzzeitig stoßweise (3–5 Minuten).
Achtung: Dauerhaft gekippte Fenster verschlechtern das Ergebnis, weil kalte Luft den Prozess bremst.

3.3 Infrarottrockner oder Heizplatten

Diese Geräte erwärmen gezielt die Wandfläche und fördern das Verdampfen der Feuchtigkeit.
Effektiv bei oberflächlicher Feuchte, aber nicht bei tiefem Durchfeuchten des Mauerwerks.

Grenzen der Eigenleistung

Selbst mit Entfeuchtern kann man nur oberflächliche Feuchtigkeit beseitigen.
Wasser, das tief in den Putz, Estrich oder hinter Fliesen eingedrungen ist, bleibt meist unentdeckt – und kann später zu Schimmel oder Geruchsbildung führen.
Daher: Wenn nach 48 Stunden noch Feuchtigkeit sichtbar ist oder die Wand muffig riecht, sollte ein Fachbetrieb hinzugezogen werden.

4. Professionelle Wandtrocknung – so läuft sie ab

Wenn die Feuchtigkeit tief sitzt oder größere Flächen betroffen sind, hilft nur eine professionelle Trocknung.

4.1 Schritt 1: Analyse & Messung

Ein Fachbetrieb misst die Feuchtigkeit mit Spezialgeräten und bestimmt, wie weit und tief das Mauerwerk betroffen ist.
Darauf basiert die Auswahl des passenden Trocknungsverfahrens.

4.2 Schritt 2: Auswahl des Trocknungsverfahrens

Die gängigsten Methoden der Trocknung:

  • Kondensationstrocknung:
    Standardverfahren bei mittlerer Feuchte. Geräte entziehen der Luft Wasser, das aus der Wand nachverdunstet.
  • Adsorptionstrocknung:
    Für kalte oder schlecht belüftete Räume (z. B. Keller). Besonders effektiv bei niedrigen Temperaturen.
  • Infrarottrocknung:
    Ideal bei Feuchtigkeit im Putz oder oberflächlichen Schäden.
  • Unterdruck-/Überdruckverfahren:
    Wird eingesetzt, wenn Wasser unter dem Estrich oder hinter Wandschichten steht. Dabei werden Bohrungen gesetzt, über die feuchte Luft abgesaugt und getrocknete Luft eingeleitet wird.

4.3 Schritt 3: Kontrolle & Nachmessung

Während der Trocknung werden regelmäßig Messungen und Temperaturkontrollen durchgeführt.
Nach Abschluss folgt eine Endmessung – erst wenn die Sollwerte erreicht sind, gilt die Wand als trocken.

Dauer: meist 1–3 Wochen, je nach Wandstärke und Schadensausmaß.

5. Kosten: Was kostet die Wandtrocknung nach einem Wasserschaden?

Die Preise hängen stark von Fläche, Verfahren und Dauer ab.

Richtwerte für die Trocknung im Raum Frankfurt / Maintal:

Art der TrocknungBeispielKosten (ca.)
Oberflächliche Feuchtez.B. Wand im Keller300–700 €
Tiefenfeuchte / Hohlraumtrocknunggrößere Wandbereiche800–1.500 €
Zusatzgeräte (Entfeuchter, Gebläse)Miete pro Tag5–15 €

💡 Hinweis: Eine Vor-Ort-Messung ist notwendig, um die tatsächlichen Kosten einzuschätzen. Viele Fachbetriebe bieten diese kostenlos oder vergünstigt an.

6. Zahlt die Versicherung die Trocknungskosten?

In vielen Fällen übernimmt die Versicherung einen Teil oder sogar alle Kosten – abhängig von der Schadensursache.

  • Leitungswasserschaden (z. B. Rohrbruch):
    → Meist durch die Wohngebäudeversicherung abgedeckt.
  • Starkregen oder Rückstau:
    → Nur über eine Elementarschadenversicherung.
  • Eigenverschulden (z. B. übergelaufene Badewanne):
    → Teilweise oder keine Erstattung.

Wichtig:

  • Schaden sofort melden.
  • Fotos machen & Protokolle sichern.
  • Fachgerechte Dokumentation durch den Trocknungsbetrieb – oft Voraussetzung für Kostenübernahme.

7. Wann Sie auf jeden Fall den Profi rufen sollten

Selbst trocknen ist sinnvoll, wenn die Wand nur leicht feucht ist. In allen anderen Fällen gilt: lieber einen Fachmann beauftragen.

Das sind Warnzeichen, bei denen Sie handeln sollten:

  • Schimmelbefall oder modriger Geruch
  • Abblätternder Putz oder Tapete
  • Feuchtigkeit hinter Fliesen oder Paneelen
  • Wand bleibt nach 48 h sichtbar feucht
  • Mehrere Räume betroffen
  • Unsicherheit über Schadensursache

Im Rhein-Main-Gebiet sind Fachbetriebe wie Eßer Sanierungstechnik Maintal oft innerhalb weniger Stunden vor Ort und können den Schaden sofort einschätzen.

8. Tipps zur Vorbeugung gegen Feuchtigkeit in Wänden

Nach einem Wasserschaden ist Prävention wichtig, um erneute Feuchteschäden zu vermeiden.

  • Regelmäßig lüften und heizen: 2–3 × täglich Stoßlüften.
  • Möbel nicht direkt an Außenwände stellen (5–10 cm Abstand).
  • Dach und Fassade regelmäßig prüfen: kleine Undichtigkeiten früh erkennen.
  • Kondenswasser vermeiden: Luftfeuchtigkeit unter 60 % halten.
  • Dichtungen und Silikonfugen im Bad regelmäßig erneuern.

Diese einfachen Maßnahmen helfen, Feuchtigkeit dauerhaft zu vermeiden – besonders in Altbauten und Kellerräumen.

9. Fazit: Wände richtig trocknen – mit Plan statt Panik

Eine nasse Wand nach einem Wasserschaden ist kein Grund zur Verzweiflung – aber ein Fall für umsichtiges Handeln.
Kleine Feuchteschäden lassen sich oft selbst trocknen, doch bei tiefer Durchfeuchtung oder mehreren betroffenen Flächen ist der Profi die sichere Wahl.

Im Raum Frankfurt, Hanau, Offenbach und Maintal bietet Eßer Sanierungstechnik schnelle Hilfe und fachgerechte Trocknung – damit Ihre Wände wieder dauerhaft trocken bleiben.

FAQ

Wie lange dauert es, bis eine Wand nach einem Wasserschaden trocken ist?
In der Regel dauert die Trocknung zwischen 1 und 3 Wochen, abhängig von Wandstärke und Feuchtigkeitsgrad.
Ja, bei leichten Feuchtigkeitsschäden ist das möglich. Allerdings sollte die Feuchte regelmäßig gemessen werden, um sicherzustellen, dass keine Restfeuchte bleibt.
Wenn die Feuchtigkeit nach 48 Stunden nicht zurückgeht, Schimmel sichtbar ist oder der Schaden tief im Mauerwerk sitzt.
Nur durch eine professionelle Feuchtigkeitsmessung kann sicher festgestellt werden, ob die Wand vollständig trocken ist.
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